Magnesium für einen erholsameren Schlaf – Stimmt das wirklich?

in REGENERATION
Knapp jeder 5. Deutsche im Alter zwischen 18 und 39 Jahren leidet unter Schlafstörungen. Je älter wir werden, desto höher steigen die Zahlen an. Phasen, in denen man einfach nicht zur Ruhe kommt und sich am Morgen fühlt, als hätte man die ganze Nacht wach gelegen, kennt wohl jeder. Der Tag ist bereits gelaufen, bevor er überhaupt begonnen hat und alles zieht wie in einem Film an uns vorbei. Der menschliche Körper hält viel aus, doch das bedeutet nicht, dass es ausgereizt werden muss. Wird schlechter oder unzureichender Schlaf irgendwann zur Tagesordnung, setzen wir unseren Körper einer enormen Belastung aus, die schwerwiegende Folgen haben kann.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Angefangen von Leistungsdruck samt erhöhter psychischer Belastung bis hin zu erhöhtem Blutdruck oder schlichtweg der falschen Matratze erstreckt sich die Liste. Schenken wir unseren Körper nicht die Regenerationszeit, die er benötigt, um jeden Tag auf ein Neues gute Leistungen abliefern zu können, wirkt sich das auf unser gesamtes Leben aus. Wir werden körperlich schwächer, unsere Konzentrationsfähigkeit schwindet dahin, wir nehmen immer weniger wahr und fühlen uns irgendwann, als würden wir uns in einer ganz anderen Welt bewegen, in der uns so viel entgeht.

Schnell finden wir uns in einem Teufelskreis wieder, denn wir setzen uns selbst jeden Abend so stark unter Druck, jetzt endlich einmal eine ordentliche Portion Schlaf zu tanken, dass genau das Gegenteil eintritt. Häufig werden Schlafmittel als der letzte Ausweg gesehen. Aber ob das die richtige Wahl ist, ist fraglich. Doch es gibt noch ganz andere Lösungsansätze, die durchaus einen Versuch wert sind. Zum Beispiel sollte einfach einmal der Magnesiumhaushalt genauer beobachtet werden. Dass eine unzureichende Mineralstoffversorgung häufig der Grund für verschiedenste Beschwerden sein kann, ist immerhin nichts Neues. Außerdem werden immer mehr Stimmen laut, die einen Zusammenhang zwischen dem Mineralstoff und unserem Schlafverhalten sehen. Aber was genau ist da eigentlich dran? Das nehmen wir jetzt unter die Lupe.

Entspannt in den Schlaf gleiten dank Magnesium


Magnesium wirkt entspannend und kommt daher auch gern zur Linderung von Krämpfen zum Einsatz. Genau das kommt uns auch bezüglich des Schlafes zugute. Befinden wir uns in Stresssituationen, schüttet unser Körper vermehrt Magnesium aus, um Höchstleistungen erbringen zu können und nicht von dessen entspannender Wirkung ausgebremst zu werden. Haben wir also wenig Magnesium im Organismus, produzieren wir größere Mengen an Stresshormonen, die uns evolutionsbedingt zur Flucht verhelfen oder beim Kampf unterstützen sollen. Unsere Herzfrequenz schnellt nach oben, wir verspüren eine innere Unruhe und an Schlaf ist in diesem Zustand erst recht nicht zu denken. Mit einer erhöhten Magnesiumeinnahme ist es also möglich, unter anderem den Cortisolspiegel wieder zu senken und langsam zur Ruhe zu kommen. Studien des Max-Planck-Instituts in München bestätigten genau das.

Abends die Gedanken abschalten

Gleichzeitig trägt es zu einer normalen Funktion unseres Nervensystems bei. Es hat eine regulierende Wirkung und dämmt Erregungen der Nervenbahnen ab. Damit schützt es uns vor einer Reizüberflutung, die wiederum mit erhöhter innerer Unruhe einhergeht. Je voller unsere Magnesiumspeicher sind, desto stressresistenter werden wir. Wir können also deutlich besser mit nervenaufreibenden Situationen umgehen und sie verarbeiten. Wer abends lang wachliegt, weil er einfach nicht abschalten kann, da der Tag von Reizüberflutungen bestimmt war, kann dank Magnesium endlich etwas zur Ruhe kommen.

Doch der Mineralstoff kann noch mehr. Er nimmt beispielsweise Einfluss auf die Aktivität einiger unserer Neurotransmitter, wie die Gamma-Aminobuttersäure, kurz GABA. Bis zu 50 % unserer Synapsen verfügen über GABA-Rezeptoren. GABA nimmt nachweislich Einfluss auf unsere Konzentrationsfähigkeit, Nervosität, Angstzustände, Kopfschmerzen und daraus resultierende Schlaflosigkeit. Magnesium bindet sich an diese Rezeptoren und sorgt dafür, dass die Neurotransmitter ihren Aufgaben ungehindert nachgehen können und wir von all dem verschont bleiben.

Magnesium als Ausgangsstoff für Melatonin

Erwähnung muss natürlich auch das Schlafhormon Melatonin finden. Es steuert unseren Tag-Nacht-Rhythmus. Es dockt unter anderem an unseren Blutgefäßen im Hirn an und gibt ihm somit Bescheid, dass es jetzt an der Zeit ist, zu schlafen. Der Energieverbrauch wird heruntergefahren, die Atmung flacht ab und der Blutdruck senkt sich langsam. Aber produziert unser Körper zu wenig Melatonin, wird es schwer, in den Schlaf zu gleiten.

Doch dafür benötigen wir erst einmal Serotonin und genau hier kommt wieder Magnesium ins Spiel. Um Serotonin bilden zu können, brauchen wir eine essentielle Aminosäure namens L-Tryptophan. Magnesium hilft dem Körper dabei, aus dieser Aminosäure Serotonin zu bilden.

Die regelmäßige Einnahme von Magnesium sorgt also hauptsächlich dafür, dass wir deutlich besser mit Stress umgehen können und dass sich unser Körper, wenn es an der Zeit ist, zu schlafen, schneller entspannen kann. Zustände der Reizüberflutung können minimiert oder gar komplett eliminiert werden. Doch das Ganze ist natürlich nicht von heute auf morgen möglich. Wurde dem Körper bereits über Monate deutlich zu wenig Magnesium zugeführt oder starker Stress bzw. körperliche Belastung haben den Bedarf in die Höhe schnellen lassen, sind die Speicher vermutlich so gut wie ausgeleert.

Diese müssen erst einmal wieder aufgefüllt werden und das nimmt etwas Zeit in Anspruch. Je nachdem, wie ernst es tatsächlich um den Mangel bestellt ist, kann es durchaus etwa 4 Wochen oder länger dauern, bis sich eine Verbesserung bemerkbar macht. Wichtig ist also, kontinuierlich auf die Magnesiumzufuhr zu achten, auch wenn noch keine Ergebnisse spürbar sind. Wie heißt es so schön? „Gut Ding‘ will Weile haben“ und das ist auch hier der Fall.