Konzentrationssteigernde Vitamine und Nährstoffe

in KONZENTRATION
Die Liste der Vitamine und Mineralstoffe ist unglaublich lang. Wer soll denn da noch den Überblick darüber behalten, was genau wofür wichtig ist? Gemeinsam bringen wir jetzt einmal etwas Lichts ins Dunkel und schauen uns an, welche Vitalstoffe deine kognitive Leistungsfähigkeit ankurbeln und dir somit dabei helfen, dich besser zu konzentrieren.

Dazu blicken wir erst einmal in die Health Claim Verordnung. Sie legt fest, welche Aussagen über ein bestimmtes Vitamin, einen Mineralstoff, Fettsäuren und vieles mehr bezüglich deren Wirkungsweise getroffen werden dürfen. Sie beschränkt sich auf Informationen, die tatsächlich wissenschaftlich belegt werden konnten und keine Zweifel mehr aufkommen lässt. Auf das, was dort steht, können wir uns also verlassen.

Laut den Health Claims ist unter anderem der Mineralstoff Zink für eine normal ablaufende kognitive Funktionsweise verantwortlich. DHA bietet den dazugehörigen Schutz. Bezüglich des Nervensystems sind es vor allem die B-Vitamine und Vitamin C, die Erwähnung finden. Schauen wir uns all diese Vitalstoffe jetzt also etwas genauer an.

Zink und die Gehirnenzyme

Unser Gehirn verfügt über einen Zinkspeicher, um in Zeiten eines Mangels darauf zurückgreifen zu können. Allein dieser Fakt macht doch schon deutlich, wie wichtig es für unsere kognitiven Fähigkeiten ist, oder? Zink ist Bestandteil verschiedener Gehirnenzyme. Diese wiederum bilden Neurotransmitter, die Signale weiterleiten. Damit einige dieser Signale überhaupt erst einmal zustande kommen, wird wieder Zink benötigt.

Es ist dafür verantwortlich, dass chemische Reize umgewandelt werden können. Nur so sind wir in der Lage, Berührungen zu spüren, Gerüche wahrzunehmen oder etwas zu schmecken. Außerdem dämmt es die Übertragung der Signale ein. Das bedeutet nicht, dass wir gewissen Dinge nicht mitbekommen, sondern lediglich, dass unser Körper die Informationen richtig weiterverarbeitet und nicht vorschnell überreagiert.

Blitzgescheit dank DHA

DHA gehört zu den Omega-3-Fettsäuren und macht ganze 30 % der Trockenmasse unseres Gehirns aus. Kein Wunder also, dass es von besonderer Bedeutung für unsere Konzentration und unser Gedächtnis ist. DHA ist nicht nur ein wichtiger Bauteil von Neurotransmittern. Als Omega-3-Fettsäure weist es eine Besonderheit auf: es ist auch bei niedrigen Temperaturen flüssig. Eine dessen Aufgaben ist es somit auch, die Zellmembranen in deinem Gehirn flexibler werden zu lassen. Damit kann die Signalübertragung noch schneller von statten gehen und du kannst bereits abgespeicherte Informationen schneller abrufen. Und ja, auch hierzu gibt es natürlich wieder wissenschaftliche Tests.

Im Jahr 2019 beispielsweise veröffentlichte ein Wissenschaftlerteam von der Oregon Health & Science University Portland Ergebnisse eines jahrelangen Experiments mit Rhesusaffen. Einer Gruppe gaben sie von Geburt an Futter, das besonders viel DHA enthielt. Die andere Gruppe hingegen nahm täglich eine durchschnittliche Menge der Fettsäure zu sich. Im Alter von 17 bis 19 Jahren wurden die aktiven Bereiche derer Gehirne durch eine fMRT untersucht. So konnten die Wissenschaftler nachvollziehen, welche Vernetzungen vorhanden waren.

Es stellte sich heraus, dass die Gruppe, die mehr DHA zu sich nahm, deutlich bessere Vernetzungen aufwies, was mit einer höheren Gehirnfunktion einherging. Aufgrund der Ähnlichkeit der Hirnrinde der Rhesusaffen zu der der Menschen, geht das Forscherteam davon aus, dass diese Erkenntnisse durchaus auch auf den Mensch und seine Hirnaktivität übertragen werden können.

Schutzschild Vitamin B12

Unter den B-Vitaminen sind laut den Health Claims Vitamin B2, 6, 9 und 12 bezüglich der normalen Funktion des Nervensystems zu erwähnen. Wir widmen uns an dieser Stelle lediglich einem Vertreter und zwar Vitamin B12, denn es erfüllt dahingehend gleich mehrere Aufgaben. In erster Linie schützt es unsere Nervenbahnen und somit auch unser Gehirn als deren zentralen Ort. Es hält toxische Substanzen davon ab, einzudringen und Schaden in diesem wichtigen Organ anzurichten.

Des Weiteren ist es an der Synthese zahlreicher Neurotransmitter beteiligt, die wir benötigen, damit es die Informationen überhaupt bis in unser Gehirn schaffen.

Mit Vitamin C Erinnerungen wahren

Vitamin C ist vor allem aufgrund seiner antioxidativen Wirkung von Bedeutung. Es schützt dein Gehirn vor oxidativem Stress, der sich wiederum negativ auf deine Konzentrationsfähigkeit und dein Gedächtnis auswirkt. Damit kann es sogar dem Abbau der kognitiven Fähigkeiten entgegenwirken.

Verschiedene Studien legen außerdem nahe, dass Vitamin C daher dem Entstehen von Demenz entgegenwirken könnte. Dazu werteten Epidemiologin Prof. Gabrielle Nagel und Neurologin Prof. Christiane von Arnim der Universität Ulm 2012 die Daten von Erkrankten und gesunden Personen aus. Sie stellten fest, dass in der Gruppe der demenzkranken Personen im Durchschnitt ein geringerer Gehalt an Vitamin C im Blut enthalten war.

Cholin für ausreichend Neurotransmitter

Wer die Health Claims nach Cholin durchsucht, wird nicht auf die Worte „kognitive Funktion" oder „Nervensystem" stoßen. Grund dafür ist, dass es sich indirekt darauf auswirkt. Es sorgt für einen normal ablaufenden Homocysteinstoffwechsel. Hat sich deutlich zu viel von dieser Aminosäure im Körper angesammelt, kann das unter Umständen sowohl Erkrankungen auf kognitiver als auch auf psychologischer Basis begünstigen.

Des Weiteren ist Cholin für die Bildung des Neurotransmitters Acetylcholin von Nöten. Dank dieses Transmitters können Informationen von einer Nervenzelle zur anderen weitergeleitet werden. Zudem hilft uns Cholin dabei, diese Informationen zuverlässig abzuspeichern und ermöglicht uns eine längere Aufmerksamkeitsspanne, um nur ein paar dessen positiver Wirkungsweisen auf unsere kognitiven Fähigkeiten zu nennen.

Du siehst, es gibt zahlreiche Vitamine und Nährstoffe, die direkt oder auch indirekt Einfluss auf deine Konzentrationsfähigkeit nehmen. Hast du also vermehrt Probleme damit, dich auf deine Aufgaben zu fokussieren, ist es gar nicht so abwegig, dass vielleicht ein kleiner Mangel vorliegt. Bereits im Mutterleib ist es wichtig, ausreichend mit diesen Nährstoffen versorgt zu werden, denn etwa 70 % der Hirnzellen werden schon vor der Geburt gebildet.