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Warum Schlafmangel nicht zu unterschätzen ist


Heute steht dir einmal wieder eine kurze Nacht bevor. Der Tag war lang und morgen musst du schon wieder früh raus. Es gibt Schlimmeres, denkst du dir? Stimmt, aber die Regel werden sollte das nicht. „Wer braucht schon Schlaf? Alles eine Frage der Gewöhnung.“ Das ist die Aussage, die man wohl am häufigsten hört, wenn man jemanden fragt, wie er denn mit so wenig Schlaf um die Runden kommt. Sicher, der Körper gewöhnt sich irgendwann an alles und versucht, das Beste daraus zu machen. Aber die Frage, die wir uns stellen sollten, ist: „Wie lange geht das gut?“

Laut einem alten Sprichwort ist unser Körper unser Tempel. Dieser Ausspruch kommt nicht von ungefähr, denn er trägt einen wahren Kern in sich. Macht unser Körper nicht mehr mit, weil wir ihn unser ganzes Leben lag vernachlässigt haben, wird er uns irgendwann die Quittung reichen. Unser Leben ist von dessen Funktionsfähigkeit abhängig und das sollten wir nie vergessen. Also müssen wir ihm die Chance geben, sich regelmäßig zu regenerieren, sodass wir sowohl körperlich als auch geistig immer wieder zu Höchstleistungen auflaufen können. Aber was genau passiert denn nun, wenn wir deutlich zu wenig Schlaf abbekommen?

Das macht Schlafmangel mit unserem Gehirn

Die ersten Symptome für Schlafmangel machen sich auf kognitiver Ebene bemerkbar. Die Konzentrationsfähigkeit schwindet langsam aber sicher und Aufgaben, die wir sonst im Handumdrehen erledigt haben, kosten uns immer mehr Zeit. Neue Informationen, die wir aufnehmen, werden deutlich langsamer verarbeitet und auch schlechter gespeichert. Grund dafür ist, dass das Gehirn all das über den Tag erworbene Wissen im Schlaf sortiert. Dazu benötigt es ausreichende und ungestörte Tiefschlafphasen. Nur dann kann es wichtige Informationen abspeichern und festigen und Irrelevantes löschen. Bei zu kurzen Tiefschlafphasen können diese Prozesse nicht zu Ende geführt werden und nur Teile des Wissens, das wir eigentlich abspeichern wollten, finden tatsächlich Einzug in unser Erinnerungsvermögen. Das führt uns zu einer weiteren Folgeerscheinung: Vergesslichkeit.

Bezüglich der Hirnleistung ging man lange Zeit davon aus, dass die durch mangelnden Schlaf entstandenen Probleme wieder behoben werden können, sobald man ihn nachgeholt hat. Doch ein Forscherteam aus den USA, genauer gesagt von der University of Pennsylvania, widerlegte im Jahr 2014 genau das. Wer über einen langen Zeitraum deutlich zu wenig schläft, riskiert den Verlust von Gehirnzellen.

Das Forscherteam experimentierte mit drei Gruppen von Mäusen. Eine Gruppe schlief in normalem Rhythmus, eine über einen kurzen Zeitraum zu wenig und eine mehrere Wochen lang zu wenig. Es stellte sich heraus, dass die zweite Gruppe den Mangel noch ausgleichen konnte, denn deren Neuronen begannen, Sirtuin-Proteine auszuschütten. Sie haben Einfluss auf den Energiestoffwechsel und konnten die Überbeanspruchung somit ausgleichen. Die letzte Gruppe dagegen kam nicht so glimpflich davon. Bei einigen Mäusen starben ganze 25 % der im Locus coeruleus ansässigen Neuronen ab. Die Sirtuin-Produktion reichte über diesen langen Zeitraum hinweg einfach nicht mehr aus, um sie zu schützen.

Dieses Experiment zeigt, dass mangelnder Schlaf durchaus irreversible Schäden im Gehirn anrichten kann. Inwiefern diese Ergebnisse allerdings auf das menschliche Hirn übertragen werden können, wurde noch nicht ausreichend erforscht. So dramatisch all das auch klingen mag, eine positive Erkenntnis geht dennoch aus diesem Experiment hervor: Sirtuin-Proteine zeigten sich als wertvolle Schutzschilder bei kurzzeitigem Schlafentzug. Dem Forscherteam ist es bei den Mäusen bereits gelungen, den Sirtuin-Gehalt künstlich zu erhöhen.

Die physischen Auswirkungen von zu wenig Schlaf

Du kennst es sicher, dieses Gefühl von Schwäche und Erschöpfung nach einer schlaflosen Nacht. Deinem Körper fehlte nicht nur die Zeit, Informationen zu ordnen, sondern auch, um wichtigen Regenerationsprozessen nachzugehen und Energie zu tanken. Im Schlaf reinigt sich unser Körper quasi selbst. Alles, was darin nichts verloren hat, wird nach Draußen befördert, um Platz für Gutes zu schaffen. Das bedeutet, er transportiert geschädigte Zellen, Giftstoffe und Schlacke hinaus, die andernfalls Schaden anrichten könnten. Damit hält er einen basischen Zustand aufrecht, was uns zu einem wichtigen Punkt bringt: Übersäuerung.

Sie kommt nicht nur durch das Essen ungesunder Lebensmittel zustande, sondern auch durch Stress, der mit mangelndem Schlaf Hand in Hand geht. Nach einer kurzen Nacht hat schließlich niemand gute Laune, oder? Im Körper sammeln sich vermehrt Giftstoffe an, die er ab einem gewissen Punkt einfach nicht mehr aus eigener Kraft abtransportieren kann. Das beeinträchtigt die Kommunikation zwischen den Zellen und den Stoffwechsel. Es wird also nicht nur immer schwerer, Giftstoffe und Schlacke loszuwerden, sondern auch, gute Vitalstoffe aufzunehmen. So können Mangelerscheinungen entstehen, obwohl wir ausreichend Nährstoffe zu uns genommen haben.

„Schlank im Schlaf“ – an diesem gern verwendeten Werbespruch kommt niemand vorbei. Aber auch hier steckt etwas Wahrheit dahinter, denn wer zu wenig schläft, riskiert eine Gewichtszunahme. Im Schlaf setzt unser Körper ein Hormon namens Leptin frei. Es signalisiert unserem Gehirn, dass wir satt sind. Je weniger davon freigesetzt wird, desto später wird dieses Signal weitergeleitet und wir essen deutlich mehr als normalerweise. Hinzu kommt, dass im Schlaf eigentlich Kalorien und Fett verbrannt werden. Doch je weniger wir schlafen, desto weniger wird natürlich auch verbrannt. Wichtig zu erwähnen ist auch noch ein zweites Hormon, nämlich Ghrelin. Es kann als ein Gegenstück zu Leptin angesehen werden, denn es lässt uns Hunger verspüren. Wird aufgrund von zu wenig Schlaf weniger Leptin ausgeschüttet, schnappt sich Ghrelin die freien Plätze und schon verspüren wir Hunger, auch wenn wir heute gar nicht mal so wenig gegessen haben.

Unser Schlafverhalten hat ebenfalls Einfluss auf unseren Blutzuckerspiegel. Zu kurzer oder schlichtweg schlechter Schlaf können zu starken Blutzuckerschwankungen führen. Auch das aufgrund des Mangels vermehrt ausgeschüttete Stresshormon Cortisol spielt hierbei eine Rolle. Diese Kombination kann das Risiko, an Diabetes zu erkranken, erhöhen.

Schlafmangel hat unzählige negative Auswirkungen auf unseren Körper und unseren Geist, die in diesem Rahmen gar nicht alle Erwähnung finden können. Doch Fakt ist, wir selbst sind für unser Wohlergehen verantwortlich. Wir alle haben nur diesen einen Körper, der uns unser ganzes Leben lang begleitet. Du bist der Meinung, du hast einfach nicht die Zeit, um ausreichend zu schlafen? Dann denke doch einmal daran, dass du ausgeschlafen viel produktiver und konzentrierter bist und das gleiche Arbeitspensum in deutlich kürzerer Zeit schaffen kannst. Je müder du bist, desto langsamer und unkonzentrierter wirst du. Welche Variante macht in deinen Augen mehr Sinn?

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