Zink: Funktion in Bezug auf Schwangerschaft

in GESUNDHEIT
Während jeder Schwangerschaft vollbringt der weibliche Körper Höchstleistungen. Er versorgt zwei Menschen zugleich und das verlangt natürlich einiges von ihm ab. „Du musst ab jetzt für zwei essen!“ – Diesen Satz hat jede Schwangere sicher schon mehr als nur einmal gehört. Dabei stimmt das so eigentlich gar nicht. Der Tagesbedarf an Energie steigt im Schnitt gerade einmal um rund 250 kcal und das auch erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat. Viel wichtiger sind die Nährstoffe! Der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffe erhöht sich nämlich deutlich.

Also sollten wir darauf Acht geben, dass wir unseren Körper mit allem versorgen, was er jetzt so dringend braucht. Sicher denkst du gerade sofort an Folsäure und damit hast du nicht Unrecht. Aber dein Körper benötigt noch viel mehr als das, zum Beispiel Zink!

Das Spurenelement ist für unzählige Prozesse, die im menschlichen Körper stattfinden, verantwortlich. Ein reger Stoffwechsel, eine rasche Wundheilung, ein starkes Immunsystem, eine verlässliche Entgiftung, ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt – die Liste ist unglaublich lang! Obwohl Zink so wichtig für unsere Gesundheit ist, können wir es leider nicht selbst herstellen. Auch speichern können wir nur eine ganz kleine Menge davon, was es umso wichtiger macht, auf eine ausreichende Tageszufuhr über die Ernährung zu achten.

Zum Vergleich: Eine erwachsene Frau hat einen Tagesbedarf zwischen 7 und 10 mg. Ist sie schwanger, steigt er auf bis zu 13 mg an. Aber warum benötigt der Körper in diesen Stadien denn nur so viel Zink?

Deshalb braucht schon dein ungeborenes Kind ausreichend Zink

Schon in deinem Bauch benötigt dein Kind Zink für genau die gleichen Zwecke wie du. Allen voran steht aber eine ganz bestimmte Aufgabe, an der das Spurenelement beteiligt ist: die Zellteilung. Klar, während einer Schwangerschaft läuft diese auf Hochtouren. Nicht nur dein Kind wächst heran. Deine Plazenta entsteht und dein Bauch weitet sich, um nur ein paar Veränderungen zu nennen. Du siehst, hier werden eine Menge neuer Zellen gebraucht, damit dein Kind wächst und gedeiht, gut genährt und geschützt wird. Und für all das brauchst du Zink.

Das Spurenelement ist aber nicht nur an deren Bildung beteiligt. Auch bei der Spezialisierung spielt es eine wichtige Rolle. Die Mediziner nennen diesen Vorgang auch Differenzierung. Dabei entscheidet sich, welche genauen Arten von Zellen entstehen. Sollen sie zum Beispiel zu Haut-, Knochen- oder Nervenzellen werden? Ohne Zink ist all das unmöglich.

Aber lass uns nochmal einen Schritt zurückgehen. Was ist denn die Grundlage für jedes Leben? Richtig, Energie. Damit wir diese in unseren Körper aufnehmen können, müssen wir unsere Nahrung in ihre kleinsten Bestandteile zerlegen. Kurz gesagt, wir müssen Stoffwechsel betreiben. Und auch dafür ist Zink unerlässlich, vor allem während einer Schwangerschaft.

Zink in der Stillzeit

Stillenden Frauen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Gesundheit eine Zinkzufuhr von 11 bis 14 mg. Das macht sie zu der Personengruppe mit dem höchsten Tagesbedarf des Spurenelements. Mit jedem Schluck Muttermilch versorgst du dein Kind mit einer ordentlichen Portion Nährstoffe. Aber wie viele Nährstoffe der Säugling dadurch aufnehmen kann, hängt von dir ab. Rufe dir immer wieder in Erinnerung, dass deine Muttermilch die einzige Nahrungsquelle deines Kindes ist – zumindest in vielen Fällen. Über den ganzen Tag verteilt nimmt dein Nachwuchs ungefähr 1,7 mg Zink mit deiner Hilfe zu sich.

Du kannst oder möchtest nicht stillen? Dann gib unbedingt Acht auf die richtige Säuglingsnahrung. In der Regel enthalten die meisten Produkte ausreichend Zink, sodass dein Kind bestens versorgt ist. Schaust du dir das Kleingedruckte auf den Verpackungen genauer an und vergleichst ein bisschen, wirst du feststellen, dass sich der Zinkgehalt oft unterscheidet. Unterhalte dich deshalb am besten mit deinem Arzt und lasse ich beraten, welche Säuglingsnahrung sich in deinem Fall am besten eignet.

Daran erkennst du einen Zinkmangel in der Schwangerschaft

Egal, ob du schwanger bist oder nicht – es gibt ein paar Phänomene, die darauf hinweisen können, dass es bei dir eher schlecht um das Spurenelement bestellt ist. Ganz oben auf der Liste stehen trockene, rissige Haut und Haarausfall. Hinzukommen können Appetitlosigkeit oder ein verminderter Geschmackssinn und auch mit dem Geruchssinn klappt es manchmal nicht mehr so gut wie sonst.

Obacht bei Eisenpräparaten

Frauen haben einen höheren Tagesbedarf an Eisen als Männer – klar, das liegt zum Beispiel an der Periode. Aber in der Schwangerschaft steigt er deutlich höher an. Werdende Mütter nehmen dann nach Empfehlungen der DGE doppelt so viel Eisen zu sich wie sonst. Diese hohe Menge ist nötig, damit sich die Plazenta ausbilden kann und damit die Blutbildung des Kindes einwandfrei funktioniert.

Viele Frauen helfen sich deshalb mit Eisenpräparaten. Aber was die wenigsten wissen, ist, dass Eisen die Aufnahme von Zink im Körper hemmen kann. Achte in diesem Fall also besonders auf mögliche Symptome für einen Mangel.